Wie rechne ich nach Soll-Stunden ab?

Du kannst Mitarbeitende auch nach ihren Soll-Stunden abrechnen. Welche Fälle auftreten können und wie Du diese definierst, erfährst Du in diesem Handbuchartikel.

 

Es können sowohl Gehaltsempfänger, als auch Stundenlöhner nach Soll-Stunden abgerechnet werden.

Um eines besseren Verständnis willen wird immer der "Normalfall" gefolgt von der Abrechnung nach Soll-Stunden erläutert.

 

1 Der Stundenlöhner

1.1 ... mit maximalem Auszahlungsbetrag

1.2 ... mit direkter Überstundenauszahlung

2 Der Gehaltsempfänger

2.1 ... mit Arbeitszeitkonto

2.2 ... mit stundenweiser Abrechnung nach Monatssoll

3 Einstellung der Abrechnung nach Sollstunden

 

1 Der Stundenlöhner

Wird Dein Mitarbeiter grundsätzlich nach Stunden bezahlt, ist er ein Stundenlöhner.

1.1 ... mit maximalem Auszahlungsbetrag

Bekommt der Stundenlöhner einen maximalen Betrag pro Monat ausgezahlt, definierst Du diese Deckelung mithilfe des Solls für die "Arbeitszeitkonten". Bis zu diesem Soll bekommt der Mitarbeiter alle Stunden ausbezahlt, welche er in einem Monat gearbeitet hat. Die darüber hinaus gearbeiteten Stunden landen auf dem Jahreskonto. Diese bringst Du zu einem gewünschten Zeitpunkt zur Auszahlung.

Beispiel:

Du führst für Deinen Mini-Jobber ein Arbeitszeitkonto pro Monat mit einem Soll von 450 Euro.

  • Eine Mitarbeiterin arbeitet im Februar für 350 Euro. Sie bekommt 350 Euro ausgezahlt.
  • Die Mitarbeiterin verdient im März 500 Euro. Sie bekommt im März 450 Euro ausgezahlt. 50 Euro landen auf ihrem Jahreskonto. Diese zahlst Du in den folgenden Monaten aus, wenn sie ihr Soll nicht erreicht.

1.2 ... mit direkter Überstundenauszahlung

Bekommt der Mitarbeiter neben den vereinbarten Soll-Stunden immer auch die darüber hinaus gearbeiteten Stunden direkt als Überstunden mit ausgezahlt, rechnest Du ihn nach Sollstunden ab.

Beispiel:

Eine Mitarbeiterin hat laut Arbeitsvertrag ein Soll von 130 Stunden/Monat. In der Betriebsvereinbarung ist geregelt, dass Überstunden jeden Monat direkt mit ausgezahlt werden zuzüglich eines Überstundenzuschlags.

  • Die Mitarbeiterin arbeitete im Februar 115 Stunden. Diese werden ihr mit der Abrechnung ausgezahlt.
  • Im Juni arbeitet die Mitarbeiterin 145 Stunden. Der Lohnbuchhaltung werden für diesen Monat 130 Stunden und 15 Überstunden inklusive des eingestellten Überstundenzuschlags übergeben.

 

2 Der Gehaltsempfänger

Bekommt Dein Mitarbeiter ein monatliches Gehalt, also einen Festbetrag ausgezahlt und diesen erhält er grundsätzlich unabhängig davon, wieviel er gearbeitet hat, ist er ein Gehaltsempfänger.

2.1 ... mit Arbeitszeitkonto

Für einen Gehaltsempfänger kannst Du ein Arbeitszeitkonto pro Woche oder Monat führen. Die Differenzen der einzelnen Arbeitszeitkonten zum vereinbarten Soll fließen nach deren Abschluss als Plus- oder Minusstunden in das Jahreskonto ein.

Diese Plus- oder Minusstunden kann der Mitarbeiter später durch Überstundenabbau oder Mehrarbeit abbauen, Du kannst sie aber auch durch Überstundenauszahlungen ausgleichen.

2.2 ... mit stundenweiser Abrechnung nach Monatssoll

Rechnest Du Deinen Gehaltsempfänger nach monatlichen Sollstunden ab, werden im Lohnabrechnungsexport die Sollstunden übergeben, als wären es die Stunden eines Stundenlöhners.

Hinweis:

Nur für Gehaltsempfänger mit einem Arbeitszeitkonto pro Monat können die Sollstunden im Export übergeben werden. Hierbei sind durchschnittliches oder exaktes Soll nutzbar.

 

3 Einstellung der Abrechnung nach Sollstunden

Die Einstellungen zur Abrechnung nach Sollstunden nimmst Du jeweils im Mitarbeiter vor.

Unter > Mitarbeiter > Einstellungen > Lohnarten setzt Du das Häkchen bei "Abrechnung nach Sollstunden".

> Mitarbeiter > Einstellungen > Lohnarten - Abrechnung nach Sollstunden

Beachte:

Es muss eine Lohnart für Überstunden eingepflegt sein, sodass diese im Export übergeben werden können.

Lohnart Überstunden